Durchaus denkbar…

Zu diesem Artikel  noch zwei Zitate:

Säen, notfalls gegen eine ganze Welt...

“Es ist durchaus denkbar, daß der Mensch auf  Malerei und Kunst verzichtet. Das ist keineswegs unmöglich und würde nicht unbedingt bedeuten, daß er sich als Mensch verliert. Sollte aber die Malerei in Europa wieder auferstehen, so nur an dem Tag, an dem die Menschen nach jahrelangem Feuer und Blut, Hunger und Mangel wieder eine einheitliche, umfassende, entscheidende und unerschütterliche Anschauung vom Leben und von dem, was jenseits des Lebens ist, gewonnen haben.” ( Pierre Drieu La Rochelle, Die Memoiren des Dirk Raspe, Ullstein 1970, S. 199 – Roman über Vincent van Gogh )

Gilt dieser Satz gegebenenfalls nicht auch für die Lage der politisch, organisatorisch und personell zerstrittenen “Rechten” in Deutschland? Läßt er sich auf die Politik übertragen? Wer erinnert sich da nicht an Churchills “Blut, Schweiß und Tränen” – Rede?  Kann auch unser wahres Deutschland erst aus Feuer und Blut, Hunger und Mangel wieder auferstehen? Kommt vor dem Wiederaufstieg ein noch tieferes Tal, noch dunklere Nacht, noch größere Verzweiflung?

 Die Kunst ist mit Glauben und Politik auf einer Ebene auch insofern, als sie vom Menschen eine tiefgreifende Entscheidung verlangt:

“Es gibt einen Augenblick, in dem man innewird, daß man nicht leben kann, ohne sich auf eine bestimmte Weise auszudrücken, einen Augenblick , in dem man zwischen sich und der Welt wählen muß. Ich hatte mich für mich und gegen die Welt entschieden. Es ging nicht darum, gegen die gemeine Welt – diese Anhäufung von Unwissenden, Übelwollenden, Toren, die überall in der vordersten Reihe stehen – eine Karriere durchzusetzen, sondern einen Menschen gegen die Menschen zu verteidigen. Von dem Augenblick an, in dem es nicht mehr möglich ist, eine bestimmte Lebensform zu vermeiden, kann man nicht leben, ohne sich heftig gegen alle Männer und gegen alle Frauen zur Wehr zu setzen.” ( aaO, S. 196 )

Müssen wir nicht, wenn wir feststellen, daß die vorhandene politisch, gesellschaftliche Welt mit ihren derzeitigen Untergangsszenarien nicht unsere Welt ist, uns konsequent gegen diese Welt insgesamt stellen? Reicht es aus, auf den durch sie vorgegebenen Kampffeldern bloß  mitzukämpfen, teilzuhaben statt zu überwinden, statt neu aufzubauen? Ist es ein Gottesurteil, daß eine Generation immerwährend unter den gleichen Begrifflichkeiten, Gesetzen und Anmaßungen einiger Weniger leben muß? Oder entspricht es nicht eher dem göttlichen Wollen in der Natur und damit auch im Menschen, in Staat und Gesellschaft, das Rad der Veränderung immer wieder aufs Neue zum Rollen zu bringen?

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