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In memoriam Hajo Herrmann…

Oberst Hajo Herrmann

Am Freitag, dem 5. November, reihte sich der frühere Kampf- und Jagdflieger Oberst Hajo Herrmann (*01.08.1913) im Alter von 97 Jahren in die Große Armee ein. Herrmann war einer der letzten lebenden Ritterkreuzträger und hochdekoriertesten Angehörigen der Wehrmacht.

Zu seiner Ehre, zur Erinnerung und zur historisch – wissenschaftlichen Aufklärung stelle ich hier einen Text eines legendären Fliegers, Gegners von Hajo Herrmann  im  Zweiten Weltkrieg und weltberühmten Schriftstellers ein:

“..Die Jäger kommen über einen wie der Blitz. Die Jagdstaffel, fünfzehnhundert Meter höher, nimmt sich ruhig Zeit, nachdem sie einen unter sich entdeckt hat. Sie schwenkt ein, ordnet und verteilt sich. Sie selbst haben noch keine Ahnung davon. Sie sind die Maus, die der Schatten des Raubvogels umkreist. Ahnungslos lebt die Maus weiter. Noch hüpft sie im Korn umher. Doch schon hat die Netzhaut des Habichts sie eingefangen, sie haftet fester auf dieser Netzhaut als auf Vogelleim ; denn der Habicht läßt sie nicht mehr los. Und auch Sie steuern, träumen, beobachten weiter den Erdboden, dabei hat schon ein kaum merklicher dunkler Eindruck das Urteil über Sie gesprochen, der sich auf einer menschlichen Netzhaut gebildet hat. Die neun Flugzeuge der Jagdstaffel werden senkrecht herunterstoßen, wenn es ihnen paßt. Sie haben gemächlich Zeit. Mit neunhundert Stundenkilometern werden sie dann ihren herrlichen Fangstoß versetzen, der seine Beute nie verfehlt. Ein Bombengeschwader hat eine Abwehrkraft, die Aussichten zur Verteidigung  bietet, aber die Besatzung eines Aufklärers ( ein solcher war der Schriftsteller, niekisch ), einsam am kalten Himmel, wird nie mit zweiundsiebzig Maschinengewehren fertig, die sich im übrigen nicht anders als durch die Leuchtgarbe ihrer Geschosse zeigen. Im selben Augenblick, wo Sie merken, daß es zum Kampf kommt, hat der Jäger sein Gift auch schon schlagartig verspritzt, wie die Kobra das tut, und zieht harmlos und unerreichbar wieder hoch. Genauso wiegen sich die Kobras, schleudern ihre Blitze und schlängeln sich weiter. Wenn so die Jagdgruppe verschwunden ist, hat sich noch nichts geändert. Nicht einmal die Gesichter haben sich geändert. Jetzt ändern sie sich erst, nachdem der Himmel lehr ist und wieder Friede herrscht. Schon ist der Jäger nur noch ein unparteiischer Zeuge, wenn am Kopf des Beobachters aus der durchschlagenen Ader der erste Blutschwall aufquillt, wenn von der Haube des rechten Motors zögernd das erste Schmiedeflämmchen züngelt. So hat sich die Kobra schon wieder zusammengerollt, wenn das Gift ins Herz dringt und der erste Muskel im Gesicht sich zusammenkrampft. Die Jagdstaffel tötet nicht, sie sät den Tod. Er geht erst auf, wenn sie vorüber ist.”

( de Saint Exupery, Antoine, “Flug nach Arras”, rororo 890/10206, 1997, S. 44, 45 )

Me 262

  1. blacksun87
    November 8, 2010 at 9:30 pm

    Von den Düsenflugzeugen waren aber leider nicht viele im Einsatz oder?

    • November 9, 2010 at 9:37 am

      “Von den Düsenflugzeugen waren aber leider nicht viele im Einsatz oder?”

      Ich bin kein Militärfreak und weiß es so nicht genau, aber sie kamen zu spät und wurden dann auch noch als Jagdbomber eingesetzt statt als reine Jäger. Hier eine kleine Anekdote: Nach dem Rheinübergang der Alliierten am Niederrhein jagte eine Me 262 Richtung Wesel und der junge Pilot warf eine 500 kg – Bombe ins Gymnasium, an dem er wohl Schüler gewesen war. Eine wohl bis heute ungeklärte Geschichte..Wäre es Deutschland damals auf irgendeine Art und Weise gelungen, den Himmel über dem Reich durch Flugzeuge, Raketen oder andere Mittel freizufegen, wäre die Wehrmacht niemals in die Niederlage gegangen. Am Boden war der deutsche Soldat nicht zu besiegen.

  2. rechts
    November 8, 2010 at 9:48 pm

    das thema war wohl ein zu heißes eisen, für die “hauptseite”…
    zurück zum thema – der gute hajo, hat einiges durchgemacht…ein bild von einem mann

    • November 9, 2010 at 9:31 am

      “das thema war wohl ein zu heißes eisen, für die “hauptseite”…”

      Das weiß ich nicht, vielleicht wurde der Artikel aus juristischen Gründen von der Hauptseite genommen. Man bewegt sich leicht im Bereich des § 130 StGB, wenn solche Themen behandelt werden. Ich getraue mich das. Und wenn es zu einem Ermittlungsverfahren gegen mich kommen sollte: Der wesentliche Teil des Textes stammt von Saint Ex, der vom Nationalsozialismus rein garnichts hielt. Herr Staatsanwalt wird auch erkennen, daß es hier um Militärisches geht. Und die Ehre Hajo Herrmanns und die meinige lasse ich mir nicht abschneiden, indem ich systdemkonform zu seinem Tod schweige…Wenn wir das Leiden, die Entbehrungen und die Herzensstärke unserer Väter und Vorväter verleugnen, dann verleugnen wir uns selber, unsere Kinder und Enkel.

  3. November 9, 2010 at 11:45 am

    Laut einem BVerfG-urteil vom 04.11.09 ist es durchaus auch nach § 130 IV StGB erlaubt, sich positiv über einzelne – auch führende (!)- Nationalsozialisten zu äußern, wenn man damit nicht zugleich die Gewalt- und Willkürherrschaft der Nationalsozialisten verherrlicht (wie zu Heß). Das hier dürfte also auch ohne Fremdzitat selbst in der BRD noch durchgehen.

  4. niekisch
    November 9, 2010 at 3:06 pm

    Ich habe garnicht eruiert, ob Hajo Herrmann da Mitglied war. Bei einem hohen Militär wie ihm würde ein Gericht der heutigen Couleur aber wahrscheinlich die Assoziation zur Gewaltherrschaft bejahen. Man sieht sicher die Wehrmacht als verlängerten Arm des Regierungssystems.

  5. Tiwaz
    November 9, 2010 at 9:38 pm

    @niekisch

    Ich denke, es wird dabei weniger um strafrechtliche Erwägungen gehen, die in diesem Zusammenhang nun wirklich sehr weit hergeholt wären – aber gut, BRD-Staatsanwälten ist vieles zuzutrauen – , als um die grundsätzliche Linie der DE-Redaktion, zeitgeschichtlichen Themen keinen Platz einzuräumen.

    Eine Linie, die ich für absolut verkehrt halt, denn damit lässt man nur die Kamikaze-Argumentation, wie sie im nationalen Spektrum leider vorherrschend ist, unwidersprochen.

    Da sollte die DE-Redaktion mal Mut zur Kontroverse beweisen. Das gleiche gilt für den leider komplett ausgesparten Bereich Außenpolitik. Aber gut, es ist ihr Blog.

    • November 10, 2010 at 9:09 am

      Lieber Tiwaz,

      den Hinweis auf Strafrechtliches gebe ich immer zumindest nebenbei, damit bei den Lesern, von denen einige sicher unbedarft sind, eine Sensibilität entsteht. Ich habe mich vor Ermittlungsverfahren noch nie gefürchtet, alle Versuche, mich zu packen, waren bisher erfolglos.
      Darf ich fragen, was Du unter “Kamikaze – Argumentaton” verstehst?

      Ich denke, daß die Redaktion befürchtet, “Heil Dir” und ähnliches auf DE lesen zu müssen. Deswegen wurde wohl der Hajo Hermann – Artikel nachträglich entfernt. Das ist aber Sache der Verantwortlichen. Ich sehe die Gefahr, daß DE zu einer Art Altermedia wird, jedenfalls nicht, auch wenn Zeitgeschichtliches eingestreut wird. Ich werde es auch weiterhin tun, weil ich nicht die Erfahrung gemacht habe, daß es zu Übertreibungen und Entgleisungen kommt.

      Mir persönlich wäre eine Erweiterung von DE auch ganz lieb. Ich stelle mir einen Tauschring – ich habe so viele Bücher doppelt – vor, juristische Hilfe, Verabredung zu konkreten Aktionen, damit wir uns kennenlernen. Bloße Virtualität reicht mir nicht aus. Die jetzigen und die kommenden Zeiten erforden persönliche Netzwerke, wir müssen zum Überleben in der multikriminellen Gesellschaft eine “verschworene Gemeinschaft” bilden. Rein parteimäßiges Hantieren wird nicht ausreichen.

  6. Tiwaz
    November 11, 2010 at 12:28 am

    Lieber niekisch,

    ich stimmt dir da vollkommen zu. Unter “Kamikaze-Argumentation” verstehe ich diese typischen Altermedia-Kommentare, die je nach Laune des Schreibers (und dessen momentanem Alkoholisierungsgrad) zwischen Relativierung, Leugnung und Billigung schwanken und dementsprechend oft Ermittlungsverfahren nach sich ziehen.

    Ja, der Sprung ins Realleben wäre in der Tat wünschenswert. Bevor das in größerem Stil klappt, muss die Seite aber noch wachsen, denke ich. Sehr nützlich finde ich zum Zwecke der Vernetzung übrigens Facebook. Nach anfänglicher Skepsis habe ich festgestellt, dass sich dort eine florierende nationale Gemeinschaft etabliert hat.

    Vielleicht schaust Du ja auch mal vorbei?🙂

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