Home > Feiertag/Gedenktag, Metapolitisches > Zum Volkstrauertag…

Zum Volkstrauertag…

Verschollen in Stalingrad...

Im letzten Jahr stellte ich diesen Artikel zum Volkstrauertag auf Metapolitika ein. Es ging um einen jungen Soldaten namens Willi, an den ich erinnerte. Überlegend, was ich dieses Jahr schreibe, fand ich in meinen Unterlagen das links abgebildete Foto. Es zeigt meinen Onkel Willi, der  – wie mit Bleistift auf der Rückseite verzeichnet ist – seit Februar 1943  in oder bei Stalingrad vermißt ist. Es handelt sich um den ersten Mann einer meiner Tanten, der nicht zurückkam und später, lange nach dem II. Weltkrieg, für tot erklärt wurde. Viel weiß ich von ihm nicht. Ich meine aber, das Foto sagt schon viel. Es ist ein männlicher Mann, ganz anders als die meisten heutigen Gesichter, die uns begegnen. Er muß das Chaos im Kessel von Stalingrad bis zum Ende miterlebt haben, denn offenbar erhielt die Familie noch im Januar 1943 Nachricht von der Front. Bis zuletzt wurde neben den Schwerwundeten noch die Feldpost ausgeflogen. Was mit meinem Onkel geschah, ist bis heute ungeklärt. Ich weiß nichts, garnichts. Um die Brücke zu ihm zu schlagen, zitiere ich aus dem Buch von Paul Carell, Unternehmen Barbarossa, S. 549: “Am 3. Februar 1943 flog Leutnant Herbert Kuntz von der Kampfgruppe 100 mit seiner He 111als letzter deutscher Flieger über Stalingrad. “Sehen Sie nach, ob noch irgendwo gekämpft wird oder ob Fluchtgruppen zu sehen sind”, hatte Hauptmann Bätcher gesagt. “Werfen Sie dann die Ladung ab.” Die Ladung, das war Brot, Schokolade, Verbandzeug und etwas Munition. in 2000 Meter Höhe kurvt Kuntz über der Stadt. Kein Flakschuß fällt. Dichter Nebel liegt über der Steppe. Beobachter Hans Annen blickt hinüber zu Walther Krebs, dem Funker. Der schüttelt den Kopf: “Nichts mehr.” Kuntz drückt die Maschine tiefer. Hundert Meter zeigt der Höhenmesser. Achtzig. Bordwart Paske luchst wie ein Wilddieb. Da flattert der Nebel weg: Keine sechzig Meter hoch streifen sie über das zerfurchte, zerklüftete Schlachtfeld. Kuntz reißt die Maschine zurück in sichere Höhe, sucht weiter. Da – sind das nicht Menschen im flatternden Nebel? “Raus!” ruft er. Und die Ladung rauscht in die Tiefe. Brot fällt in den Schnee von Stalingrad. Fällt neben die Toten, die Erstarrten und die Wenigen, die noch auf den Tod warten. Vielleicht finden es die kleinen

Rossoschka: 107000 Vermißte sind verzeichnet...

 Gruppen, die versuchen, sich durchzuschlagen. Viele sind aufgebrochen: Stabsoffiziere mit ganzen Kampfgruppen, wie aus dem Stab des IV. Korps und der 71. I.D. Leutnante und Feldwebel sind bei Nacht und Nebel mit Zügen losmarschiert. Unteroffiziere, Gefreite, Schützen und Artilleristen haben sich zu dritt, zu viert oder gar allein durch die Trümmer aus der Stadt gepirscht. Einzelne Trupps werden später noch bis Mitte Februar von Fliegern in der Steppe gesichtet. Verlieren sich dann. Nur von einem einzigen, einem Unteroffizier einer Flakbatterie – Nieweg -, wird berichtet, daß er durchkam. Aber vierundzwanzig Stunden nach seiner Rettung fiel er auf einem Verbandsplatz der 11. Panzerdivision durch einen unglücklichen Granatwerferschuß.”

Mein Recht an dem eingestellten Foto bitte ich zu respektieren und es nicht weiter zu verwenden, schon aus Respekt vor meinem  Onkel.

PS: Kürzlich feierten wir 1 Jahr  “Metapolitika”. Der Artikel zum Volkstrauertag ist nun der 200ste Artikel, den ich für den Leserblog eingestellt habe. Ich hoffe, meine Pflicht bisher erfüllt zu haben…

  1. November 13, 2010 at 9:05 pm

    Die Verlustliste meiner Familie:
    2 Urgroßväter im 1. Wk., beide an der Italien-Front.
    2. Wk:
    Das ist Opa: http://home.pages.at/danzig1/Soldat.jpg
    Er überlebte – selbst die drei Jahre in der Jugo-Kriegsgefangenschaft.
    Nicht sein Bruder, obwohl der schon den “Heimatschuß” erhalten hatte – er meldete sich nochmal (obwohl kein Bewunderer der damaligen Staatsführung).
    Seine letzte Nachricht ist 11. Februar 1945 aus Königsberg. Seither vermisst.
    2 Brüder meiner Großmutter wurden von den Russen NACH der Gefangenahme erschossen.
    Der andere Opa und sämliche anderen eingesetzten Verwandten überlebten.

  2. November 13, 2010 at 9:08 pm

    Ich, DNVP,wundere mich immer, daß mein Vater und ein Onkel – beide bei der Fallschirmtruppe – überlebten. Sie waren allerdings durchlöchert…

  3. Normalo
    November 13, 2010 at 10:38 pm

    Zwei Brüder meiner einen Großmutter (vor Leningrad 42 und Ostpreussen 45), ein Bruder meiner anderen Großmutter (Ukraine 44) und der Bruder meines Großvaters (Litauen 44)fielen im 2. Weltkrieg.

    Meine Großväter überlebten, beide mehrmals verwundet, der eine in der 23. PzDiv, der andere in der FschPzDiv Hermann Göring.

    Beide sind mittlerweile leider verstorben.

  4. blacksun87
    November 14, 2010 at 12:00 pm

    Hab um Mitternacht bei uns auch 2 Kerzen und 2 Blatt Papier niedergelegt bei dem jeweils das Lied der gute Kamerad und das Walhalla Gebet drauf stehn.

    • November 14, 2010 at 6:47 pm

      “Hab um Mitternacht bei uns auch 2 Kerzen und 2 Blatt Papier niedergelegt bei dem jeweils das Lied der gute Kamerad und das Walhalla Gebet drauf stehn.”

      Gut getan, blacksun87!!

  5. November 14, 2010 at 7:15 pm

    Äh, @Niekisch, ich versteh das nicht ganz – du meinst sicher ihre Fallschirme waren durchlöchert ?
    Oder deine Verwandten mehrmals verwundet ?

  6. November 14, 2010 at 8:23 pm

    # DNVP:

    Die Fallschirme u n d die Körper. Ich hatte es etwas salopp ausgedrückt, verzeih bitte! Sie waren beide mehrfach verwundet.

  7. Husar
    November 15, 2010 at 7:14 pm

    Aus meiner Familie sind mehrere im Kriege gefallen, mein Onkel am 15.5.1940 in Belgien, am Hochzeitstage meiner Großeltern, er liegt in Lommel auf dem Soldatenfriedhof. Ein anderer Onkel liegt in Rußland und Willi ist bei der letzten Offensive Frühlingserwachen in Ungarn gefallen. Sein Grab ist irgendwo, er wurde nie geborgen, aber die großen Granitstelen in Veszprem künden von seinem Opfertod. Vor allen Gefallenen der Weltkriege sollte tiefer Respekt und Dankbarkeit für den Mut und die damals selbstverständliche Haltung zum Vaterland vorherrschen. Ewig lebt der Toten Tatenruhm !

    • November 16, 2010 at 10:01 am

      Den wenigsten ist bewußt, Husar, daß die Erde in vielen Ländern vom Blut unserer Soldaten getränkt ist und ebenso wie die Sprache der Lebenden durch das Schweigen der Gefallenen vom ewigen Kampf um die Existenz unseres besonders bedrohten Vaterlandes zeugt.

  1. No trackbacks yet.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: