Rückblende…

23. November 1896:

Friedrich Naumann - national - liberal - sozial...

Friedrich Naumann gründet den Nationalsozialen Verein. Über die Innere Mission kam Naumann zur christlich sozialen Bewegung, trennte sich von dem konservativen Stoecker und wollte die Arbeiterschaft für Staat, Nation und soziales Kaisertum gewinnen. Er war Mitbegründer der Deutschen Demokratischen Partei und Mitglied der Weimarer Nationalversammlung. Durch seine ungewöhnliche Persönlichkeit  und Rednergabe übte er nachhaltige Wirkung aus bis in die heutige Zeit. Der Nationalsozialismus baute auf seinen Ideen auf, es gibt heute eine F.D.P. – nahe Friedrich Naumann – Stiftung.

Interessant an diesem Mann ist sein Versuch, Nationalismus, Liberalismus und Sozialismus in Einklang zu bringen. Wo heute sofort die Klappe fällt, wenn auch nur einer dieser Begriffe ertönt und als  “gegnerisch”  identifiziert wird, so herrschte damals viel mehr Bereitschaft, über den Tellerrand zu sehen und Brücken zu schlagen. Wir begeben uns heute vieler Möglichkeiten, wenn wir einen Begriff wie Sozialismus deswegen aus unserem Denken ausschalten, weil er im “Staatssozialismus” der Kommunisten oder im Nationalsozialismus eine Rolle gespielt hat. Auch der Nationalismus wird eilfertig aus den Denkspielen aussortiert, weil er nach dem Nationalsozialismus negativ besetzt  ist. Der Nationalismus hatte und hat aber viele Facetten und kann als Wille zu Freiheit und Nation positiv gesehen werden. Natürlich trägt der Liberalismus ein gerüttelt Maß Schuld am Zustand unseres Staates und unserer Gesellschaft, auch der Kultur, weil er buchstäblich jegliche Entartungserscheinung zuläßt. Dennoch hat das Liberale eine bedeutende Korrekturfunktion angesichts unserer politischen Provinzialität, unseres manchmal ungestüm apodiktischen Wesens und unserer extremen Unterordnungsbereitschaft. Wann haben wir wieder politische Persönlichkeiten, in denen sich unser Volkscharakter spiegelt, die auf diplomatischem Parkett aber beweglich und offen sind, immer bereit das Beste für die Gemeinschaft zu erreichen, in die sie nun einmal hineingeboren sind?

  1. Universum
    November 23, 2010 at 9:08 pm

    Eine interessante Persönlichkeit.
    Ja, auch uns kann es nicht schaden, mal über klassische Begriffsgrenzen hinwegzudenken und über den Tellerrand zu blicken, also manch Trennendes im Interesse des großen Ganzen zu überwinden…

    • November 23, 2010 at 9:12 pm

      Das “divide et impera” der Meinungsmacher und der Herrschenden wird auch dadurch moderiert, daß den Untertanen ständig suggeriert wird, daß bestimmte Begriffe strikt auseinander zu halten sind, obwohl sie in Wirklichkeit einander bedingen..z.B. national und sozial. Das eine bedingt doch das andere..

  2. Universum
    November 23, 2010 at 9:33 pm

    Ja, man sollte die Begriffe sinnvoll verknüpfen; beim Front National sagt man z. B. “Social parce que national” (Sozial WEIL national), das klingt auch auf Deutsch ganz gut…

  3. November 23, 2010 at 10:03 pm

    “Sozial WEIL national”

    Das klingt nicht nur ganz gut, sondern ist auch logisch: Wer die Einheit seiner Menschenart in einer Nation verwirklicht sehen will, der kann doch kein Glied der Gemeinschaft benachteiligt lassen!

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