Fliegen lernen…

Auf der Seite von DeeEX  findet im Rahmen dieses Artikels  nach dem auslösenden Satz  “Warum bestehen wir nicht darauf, dass die Unfähigen endlich aus den Parlamenten fliegen”  ein Austausch zwischen “Evola” und mir statt, auf den ich hinweisen möchte. Meine Antwort an “Evola” veröffentliche ich hier, weil bei DeeEx inzwischen schon wieder ein neuer Artikel erschienen ist und das Thema andernfalls bei der Schnellebigkeit der virtuellen Welt untergehen könnte. Aus Fairneßgründen bitte ich aber ausnahmsweise die Diskussion bei DeeEx fortzusetzen und hier  n i c h t  zu kommentieren. Das Fettgedruckte ist der Kommentar von “Evola”, auf den ich ungefettet direkt antworte. “Evola” hat zwischenzeitlich wieder geschrieben, seine Argumente konnte ich nicht mehr berücksichtigen, deshalb habe ich ihn auch zunächst nicht gelesen. Es wird auch für mich spannend sein, ob ich meine Ansicht kraft seiner Argumente revidieren muß oder ob sie stehenbleiben kann..

“Warum bestehen wir nicht darauf, dass die Unfähigen endlich aus den Parlamenten fliegen.” ( DeeEX )

Jawoll, darauf bestehen wir.

Nur wie schaffen wir das? Die Unfähigen waren immerhin 50 Jahre lang dazu in der Lage, jedes patriotische Denken unwirksam werden zu lassen, Konkurrenz zu verhindern, neue Parteien zu infiltrieren, umzulenken, unwirksam zu machen und wenn es nicht anders ging, einzubinden und anschließend zu enthaupten.Parallel dazu Nazi – und Auschwitzkeule sowie die Hilfstruppe der Antifa.

Was also tun ? Ein weltanschaulich – glaubensmäßiges Gerüst aufstellen, das weitgehend von den Oppositionellen akzeptiert wird, dann in Form einer APO dem Zeitgeist und seinen Marionetten die Begriffe entreißen, anschließend oder parallel einen parteipolitischen Arm mit goßer Spannbreite schaffen, der nur diejenigen ausschließt, die Einzelinteressen über das Ganze stellen wollen.

@ niekisch ( schreibt “Evola, alles Fettgedruckte von ihm, der Rest von mir )
Werter Niekisch,
Du hast natürlich vollkommen recht, aber selbiges wurde doch bereits versucht, z.B. die 89er als Umkehr zu den 68igern. Diese Aussage ist sehr pauschal und müßte substantiiert werden. Wer und was sind die 68iger? Wer und was die 89iger? Ich habe die 6oiger Jahre als Schüler und Student miterlebt. Aus der Sicht der rebellischen Studenten ging es darum, dem kapitalistisch aufgepäppelten “Muff von tausend Jahren” = Restnationalsozialismus mit Hilfe des Marxismus als einzig zur Verfügung stehender Alternative zu beseitigen. Daß dabei Kräfte die Fäden gezogen haben, die die bis dahin gescheiterte Umerziehung der Deutschen, besonders der Jugend, noch nachträglich erreichen wollten, übersahen sie dabei. Nur wenige, besonders Rudi Dutschke, dachten partiell national. Gab es gegen diese Kräfte wirklich eine Umkehrbewegung? Wogegen denn? Gegen dieses Gemenge an Interessen und Hintergründen, das zudem nur eine verschwindende Minderheit als Basis hatte? Wo wurde denn damals “Öffentlichkeit hergestellt”  Nur an den Unis und ein paar Schulen. Im Wirtschaftsleben war schon Schluß damit. Die Transformation des Gedankenguts gelang erst später durch den “Marsch durch die Institutionen.” Die Träger der 68iger – Ideologie übernahmen die Posten der Vorherigen, zumeist in Bildung, Justiz und Medien und leiteten so ihr Gedankengut in die Kanäle, wobei die Adressaten gerade in diesen Bereichen zumeist weisungsgebunden sind und daher keine Abwehrmöglichkeit haben.  Man hat sich damals auch an Gramsci orientiert, nämlich eine verbrannte Terminologie umzuwerten und positiv zu besetzen. Das Credo von ihm war, die Deutungshoheit zu erlangen. Einfachstes Beispiel: Ausländerfeindlichkeit zu kontern mit Inländerfreundlichkeit. Dies ging auch einher mit kultureller Positionsdefinition, kurz als Wortschöpfung: territorialer Imperativ. Du, Evola, willst sagen, unsere Leute orientierten sich an Antonio Gramsci. Das mag sein. Ich kann mich erinnern, daß schon 1968 bei der JN in Giessen der Name Gramsci fiel, weil dort natürlich auch Kontakt zu SDS – Leuten bestand und deren Argumentation bekannt war.. Gramsci nimmt allerdings im Kernpunkt eine andere Situation zum Ausgangspunkt seiner Überlegungen. Salopp: Klassen stehen sich gegenüber und die unterdrückte Klasse dreht die Begriffe quasi von außen her durch Kampagnen, Beeinflussung, Agitation mit bewußtem Setzen von Gegenbegriffen, bis das Denken sich wandelt und allmählich die kulturelle Hoheit erworben wird. In Bildern: den Tiger durch ständige Gegenrede reizen, bis er anders brüllt. Das haben die 68iger lange Zeit nicht erreicht. Der wirkliche Durchbruch kam erst dann, als sie die Macht, zumindest wesentliche Machtpositionen im sensiblen, zuvor geschilderten Bereich, bereits innehatten. Und da kamen sie aufgrund ihrer akademischen Ausbildung – vom “Radikalenerlaß” abgesehen – automatisch hinein. Fazit: die 68iger konnten den Tiger zur Verhaltensänderung erst zwingen, als sie ihn schon ritten, ihre Vorgänger schon abgeworfen waren.   Leider fehlt es an den entsprechenden Intellektuellen, welche selbiges in den Medien transportieren können, sprich die Macht und Möglichkeiten dazu haben. Auch ein Oberlercher hat sich mit Wortergreifungstaktiken beschäftigt – und ist leider gescheitert. Auch ein Mahler hat versucht, gewisse Tabus aufzugreifen und frontal anzugreifen. In Jahrzehnten meiner politischen Tätigkeit haben wir alles versucht, um eine gewisse Deutungshoheit gegen das etablierte System zu schaffen und in vielen Gesprächen mit Intellktuellen war die Antwort sinngemäß: Wir wagen uns erst aus der Deckung, wenn ihr im Bundestag eine Rolle spielt, sonst ist unsere Existenz verbrannt und wir nützen niemandem mehr. Nach meinen Ausführungen zuvor verwundert das auch nicht: die 68iger schafften es trotz relativ vieler Intellektueller im Gramscischen Sinne ja auch nicht. Das einzige, was sie zunächst schafften, war, sich eine gewisse weltanschauliche Basis, einen “Wertekanon” zu schaffen, der durch Radauaktionen, Basisarbeit und Schulung sich in den Köpfen verfestigte und durch “Verfolgungsschicksale” zur Solidarität zwang. Als sie nach dem Examen die Posten bekamen, erinnerten sie sich und setzten um. Und das tun sie noch heute. Sie haben ihr Gedanken”gut” inzwischen so fest als Zeitgeist verankert bis zum kollektiven Sebstmorddenken, mit juristischen und moralischen Bajonetten umstellt, daß jeder Angriff im Gramscischen Sinne von vornherein zum Scheitern verurteilt zu sein scheint. Ja, es fehlt uns an Intellektuellen. Reinhold Oberlerchers Sprache ist zu theoretisch und nicht an der Praxis geschmirgelt, Horst Mahler hat sich ausgerechnet die Angriffspunkte herausgesucht, deren Gegenstand  den 68igern das wirksamste Verteidigungsmittel liefert, nämlich das Reich und die Juden, als Krönung  den Holocaust, das bestgeschützte Ding des Universums. Sie mußten auch schon deswegen scheitern, weil kein weit anerkanntes weltanschauliches Minimum als Basis des  Handelns zur Verfügung stand, ebenfalls keine Mannschaften, die die 68iger immerhin hatten und auch heute noch besitzen.  Unsere Ausgangslage ist schlecht, wir haben im Gramscischen Sinne fast nichts und niemanden zur Verfügung, werden sogar aktiv per Steckbrief verfolgt. Gleichdenkende wagen sich in der Tat nicht aus der Deckung. Es herrscht ein Klima der Hexenverfolgung. Relativ bedeutende Familienunternehmen haben uns Großspenden zugesagt, wenn wir an Einfluß gewinnen, allerdings hat man sich auch auf den damaligen Zustand der „Rechten“ berufen, weil man sich öffentlich nicht mit Skins gemein macht. Ja, auch das noch. Und daran arbeitet das 68iger – System fleißig mit. Die jungen Kameraden der AN , der Freien und in der NPD  wiederum verpassen sich selber dieses oder ein ähnliches “Outfit”, weil der Reiz des Verbotenen, des NS, noch nie klein war, besonders bei Jugendlichen. Auch in der Weimarer Republik warteten die Geldgeber übrigens mit der Geldschwemme ziemlich lange:-) Also auch hier keine Pfunde, mit denen wir wuchern könnten. Von Thadden hat einmal von der “Proletarisierung der völkischen Bewegung“ gesprochen. Also, das habe ich miterlebt und ich kannte ihn persönlich, weil er bei uns zu Hause übernachtet hat. Er selber hat doch die Parteijugend konsequent und aus einem bestimmten Grund, den ich hier nicht nennen möchte, sträflich vernachlässigt. Er wollte die Jungen Nationaldemokraten doch eigentlich garnicht haben. Hätte er sie gefördert, so wäre die aktivistische Basis der Partei breiter geworden, dem Feind  wäre es nicht so leicht gelungen, die Mittelschicht durch Kriminalisierung aus der Partei herauszuschießen und damit die Partei personell auszutrocknen. Die Restbestände waren dann nach 1969 und in den 70iger Jahren bis heute tatsächlich “proletarisiert.” Die durch ihn angeprangerte Lage hat er selber zumindest mitverursacht. darunter leidet die Partei zumindest in den westlichen Ländern bis zum heutigen Tage. Bereits in den 80ern haben wir eine Zeitschrift herausgegeben, welche analog dem Stern und Spiegel konzipiert war und an den Kiosken öffentlich auslag (siehe „Zuerst“). Das Ergebnis war niederschmetternd. Wir konnten noch so viele Profs aufbieten um die Schweigespirale zu durchbrechen, alles endete immer gleich: die Protagonisten wurden medial und existenziell vernichtet, die Justiz hat sich die Deutungshoheit „par odre de mufti“ zurückerobert mit Gesetzesvorlagen, welche einer Demokratie hohnsprechen. Fachbegriff: praesumptio juris et de Jure. Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich nicht mehr weiß, welche Publikation das war, kann sein, daß ich noch Exemplare im Keller liegen habe. Vielleicht hilfst Du mir auf die Sprünge, Evola. Deine Beschreibung selber kann und will ich nicht zurechtrücken. Traurig, aber wahr! Und es war wieder ein Einzelvorstoß, ein Lanzenangriff ohne Flanke..Allein auf dem Gefechtsfeld mit mehr als drückender Überlegenheit des Feindes. Wenn es “Zuerst” nicht einmal genauso ergeht! Vielleicht wäre man besser zuerst virtuell vorgegangen. Angesichts des Herausgebermutes aber nicht zuviel Kritik!   
Dies hat mich zu dem Schluß kommen lassen, dass dieses System nicht von innen heraus reformierbar ist, sondern man sollte über den Generationenwechsel, sprich Jugendkultur, einwirken, was m.E. Dee Ex als ein Baustein derselben macht. Das nun erscheint mir widersprüchlich: Wenn ein System nicht von innen heraus reformierbar ist, also eigentlich überhaupt nicht reformierbar ist, wie soll es dann von außen her und dann auch noch durch einen geringen und immer geringer werdenden Teil der Bevölkerung, der Jugend alleine, reformiert werden? Du meinst also durch einen geringen Teil der Bevölkerung beseitigen lassen? Das kann ich außer der Bemerkung zu Mia so nicht für richtig halten. Wir würden dann ja wieder  nur wie bei den Parteien auf einen pars, einen Teil des Ganzen zurückgreifen und uns damit automatisch schwächen gegen einen Feind, der die allumfassende Macht ausübt. Das kann m.e. auch wieder nur schiefgehen.Profs der ersten Studienlehrgänge über Kommunikationswissenschaft haben uns heimlich Gutachten zukommen lassen für eine gezielte agenda setting function und public relation Aktion. Es hat nicht funktioniert, weil wir bald gemerkt haben, dass der ideologische Unterbau in der Bevölkerung nicht vorhanden ist. Das müßte näher erläutert werden, worum ich bitte, Evola.  Bei dieser Allgemeinheit der Aussage ist eine Wertung nicht vorzunehmen. Sind denn in unseren Kreisen überhaupt jemals Kampagnen längerfristig unter Berücksichtigung der Bevölkerungsmeinung und der Wirkung auf das Volk gestartet worden? Eines steht sicher fest: eine deutschbewußte Schicht wie in der Weimarer Zeit, die partiell sogar die Linke erfaßte, gibt es  heute nicht mehr. Und wenn es sie noch gibt, dann schweigt sie und kommt nicht aus der Deckung.  Und insoweit hat man alles von Seiten der CDU/CSU adapiert, nach dem Motto: Rechts blinken und links abbiegen. Und  heute sage mir keiner, dass sie nicht wußten, was sie tun. Schon Franz-Josef Strauß sagte auf einem Regional-Parteitag der CSU wörtlich: Es gibt keinen Sinn, einem sterbenden Volk einen gesunden Haushalt zu hinterlassen. Dies war 1986 (!). Ich habe mich ja in meinem Beitrag weiter oben ähnlich geäußert, was das vereinnahmen und Lahmlegens des Unsrigen durch CDU/CSU anbelangt. Ja, sie wollen uns sterben lassen, nur deswegen läßt “man” sie gewähren, begleitet von Pfründen. Frank-Walter Steinmeier äußerte im Rahmen der aktuellen Haushaltsdebatte sinngemäß: Wir müssen Europa und den Euro stützen, weil sonst die Gefahr besteht, dass, wie in anderen Ländern auch eine nationalistische Kraft an Gewicht gewinnt, egal was es kostet (gemeint: den Steuerzahler kostet; welcher für die Banken mit Sozialabbau einstehen muß). Wenn das System Europa und den EURO stützt, kommen die Nationalismen um uns herum noch stärker hervor, weil die Sanierungen durch EU – oder Gläubigerdiktat schwere Unruhen auslösen werden und den vereinten Internationalisten dann schon garkeiner mehr glauben wird. Das kann jetzt schnell gehen und unseren Bemühungen Schub geben. Die Veränderung kommt von außen (entweder durch die Umvolkung  oder durch eine Renationalisierung (im bestem Fall) aus dem Widerstand der europäischen Völker heraus. Ja, auch oder sogar überwiegend.Im Inneren sind wir dank der Reeducation schon viel zu stark geschwächt. Unser Volk ist nur noch am Rande widerstandsfähig, auch wenn sich viel bewegt und die Zeiten härter werden für die Etablierten. Viele üben sich in Politikverdrossenheit, der Rest schwenkt nach Links, weil ihnen „rechts“ als zu abenteuerlich erscheint. Mal sehen, welche Wut sich zeigen wird, wenn es für breite Kreise ans Eingemachte geht. M.E bleibt über kurze Distanz nur  die Möglichkeit, den Volkstod zu überwinden, indem wir auf die Jugend  setzen und gerade deshalb ist eine Dee Ex wichtig, indem sie nonkonform und unabhängig ist und bleibt. Ansonsten ist Deutschand nicht nur auf dem Wege sich abzuschaffen, sondern bereits abgeschafft. Wir brauchen viele Dee Exs, aber auch Dee Exs, welche sich in das Ganze einordnen. Dies meine ich nicht belehrend oder besserwisserisch, sondern in Anerkennung einer gewissen Leichtigkeit, welche in jugendlichen Idealen innewohnt. Auch auf die  Gefahr hin, dass ich ihrerseits wieder einen negativen Kommentar bekomme.
Viele Grüße evola

Jetzt habe ich Dir vielleicht Unrecht getan, weil ich mehrfach darauf verwiesen habe, daß von Deiner Seite nur Teile berücksichtigt werden. Du sagt ganz am Ende, daß  viele DeeExs gebraucht werden, die  sich in  das Ganze einordnen, nimmst also doch explizit Bezug auf ein Ganzes. Warum ich das betone? Weil genau hier der Kernpunkt dessen liegt, was ich in meinem Kommentar weiter oben angedeutet habe und jetzt verdeutliche, aber zunächst nur schlagwortartig, weil dieser Artikel schon so umfangreich ist:

Wir brauchen ein für das Ganze, also die meisten von uns Identitären annehmbares weltanschaulich – glaubensmäßiges Minimum ( WM ) 

Dieses Minimum verinnerlichen wir tief und fest.

Auf das weltanschauliche Minimum stellen wir alternative oder ganz neue Begriffe für die zu erringende Deutungshoheit.

Wir werfen diese Begriffe tapfer, aber ohne eigene Existenzvernichtung  in jede erreichbare Debatte.

Wir nehmen WM und Begriffe in die berufliche, gesellschaftliche und parteipolitische Tätigkeit mit und setzen sie ein.

Wir bilden über alle Grenzen hinweg eine verschworene Gemeinschaft.

Was wir säen, das wird unser Volk ernten!

Denn im Gegensatz zu den letzen Jahrzehnten spitzt sich die Lage auf allen nur denkbaren Gebieten dramatisch zu, der Zeitgeist nutzt sich ab, die Jugend kann und will diesen ganzen Selbstbeschuldigungsscheiß nicht mehr hören..Die Jugend handelt, wir Älteren helfen mit!

“Der Rettende fasst an und klügelt nicht.”  ( Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, 1749 – 1832 ) Deswegen habe ich für mich persönlich und als Zeichen im Sinne der Einheit aller identitären, nationalen Kräfte schon einmal hiermit und damit begonnen..

  1. November 27, 2010 at 3:49 pm

    Interessante Diskussion! Genau diese liegt ja auch den Überlegungen der Säulen-Strategie zugrunde: Wir brauchen physische Agitation gegen ein verbrecherisches Regime, aber auch Leute, die das System von innen aushöhlen.

    Und den Einwand der Intellektuellen, den Evola berichtete, kann ich nur nachvollziehen: Natürlich kommen die erst, wenn eine nationale Kraft im Bundestag sitzt und “etabliert” ist. wir haben zu wenig gute idealisten – das ist nun mal so. Die Reeducation hat einiges beigetragen. Aber damit muss man leben. Das ändert sich nicht von allein.

    Sarrazin hat vieles angestoßen. Das könnte einen Unterbau geben. Aber wir müssen eben auch die Leute für die “PR” haben. Denen müssen wir etwas bieten. Karriere und Schutz zugleich.

    Wer heute im Monat 3000 EUR und mehr verdient, der gibt sich für die politische, erst recht die ungewisse der Nationalen, nicht her. Das kann man beklagen, aber ändern kann man das nicht.

    Das Problem eines “intellektuellen” ist doch, dass er Angst hat, Perlen vor die Säue zu werfen. Er hat jahrelang studiert und soll nun für die Bier saufenden Kollegen an die Spitze. Diese, auch dank des VS, lassen ihn aber sofort fallen, wenn es nicht läuft und laufen ihrer Hitler-Folklore hinterher.

    Das ist ja auch das grundproblem der Zwei Lager. Man will diese Klientel abspalten, wird sie aber wegen des Schutzes weiterhin brauchen., weil ein Zirkel aus Professoren der Antifa schutzlos ausgeliefert ist.

    Solange sich manche im nationalen lager mit dem Status Quo abfinden, ihre Folklore über alles stellen, wird man nie eine schlagkräftige organisation zustande bekommen. Weder IM noch AUßERHALB des Systems. Überall bedarf es einer guten Organisation.

    Ich werde zu diesem Thema noch einen Artikel einstellen. Vielleicht hilft der weiter. Es sind nicht meine Gedanken, aber ich glaube, es sind gute😉

  2. November 27, 2010 at 4:09 pm

    “Eines steht sicher fest: eine deutschbewußte Schicht wie in der Weimarer Zeit, die partiell sogar die Linke erfaßte, gibt es heute nicht mehr. Und wenn es sie noch gibt, dann schweigt sie und kommt nicht aus der Deckung.”

    Ich wäre mir da nicht ganz so sicher…😀

  3. November 27, 2010 at 4:25 pm

    “Ich wäre mir da nicht ganz so sicher…”

    Liebe Mia,

    einigen wir uns: Es gibt sie, aber nicht in der Stärke, Breite und Kampfbereitschaft wie vor 80,9o Jahren. Mir ist es auch lieber, wenn Du es für möglich hältst, weil Du dann hoffnungsfroher sein kannst:-)

  4. November 27, 2010 at 4:31 pm

    “Interessante Diskussion!”

    Freut mich, Vox. Sie sollte eigentlich auf Mias Seite weitergehen, aber nun, was solls? Ich verkompliziere eben alles ein wenig:-) Diskutieren wir dann halt auf beiden Seiten und springen hin und her:-) Eine Vernetzung der besonderen Art:-)

    Ich komme auf Deinen Kommentar zurück,gehe jetzt mit meiner Frau einen Eierlikörpunsch trinken..Prost!!

  5. Husar
    November 27, 2010 at 7:17 pm

    Wohl bekomms, der Eierlikörpunsch natürlich. Ihr solltet mal hier her kommen und Kraft tanken. Vor 10 Minuten kam ich von einer Adventsstunde aus dem Nachbardorf zurück, es nahm das ganze Dorf teil, die ganz Kleinen, die Schulkinder, die Erwachsenen und die Rentner, jede Altersklasse mit eigenem Programm, selbstverständlich. Aber in jedem Lied, jedem Wort wird die Liebe zur Nation und zum eigenen Volk sichtbar und fühlbar. Das muß doch übertragbar sein ! Da ich dieses Land hier eben wegen dieser dem eigenem Volk und Nationalität zugewandten Art seit langer Zeit als Beispiel für Deutschland sehe, ist nicht verwunderlich. Auch Euch allen eine schöne und besinnliche Adventszeit.
    Der Husar

  6. November 27, 2010 at 7:31 pm

    Danke für das “Wohl bekomms”, treuer Husar,ich habe doch einen Glühwein getrunken, weil er aus Winzerwein eines Winzers kommt, der mich beliefet. Ansonsten hier ein Weihnachtsmarkt in der Kreisstadt des größten Kreises der BRD, der eher an einen Krammarkt erinnert, keine Spur von Vorweihnachtlichem. Eigentlich traurig. Ich komme in Dein Dorf:-) Und wünsche Dir das Gleiche…

  7. Husar
    November 27, 2010 at 7:48 pm

    Dafür muß ich keinen Winzer bemühen, den Wein habe ich im eigenen Keller und trotz des grausligen Wetters 2010 ist er gut trinkbar, aber nicht als Glühwein, sondern eben kellerwarm und pur. Glühwein trinkt man hier nur, wenn eine Erkältung droht. Jetzt werde ich eben dahin steigen und eine halbe Kanne holen, das ist genug für heute.

  8. Reichsbürger
    November 27, 2010 at 9:24 pm

    Zu Husar #5
    Wo liegt denn das schöne Nachbardorf?

  9. Evola
    November 27, 2010 at 9:32 pm

    Werter Niekisch,
    erstmal vielen Dank für Deine umfassende Antwort! Vox hat auch genau beschrieben, was ich mir dabei gedacht habe. Er/Sie hat es besser auf den Punkt gebracht, weil ich leider zuviel Nebenschaukriegsplätze eröffne, um ein durchdachtes Bild zu präsentieren. Danke an Vox!
    Werter Niekisch, Deine Einlassungen decken sich zu 90% mit meinen Erfahrungen. Du hast eigentlich alles herausgearbeitet was Kern der Sache ist, m.E.! Ich stelle fest, dass Du die gleiche “politische Erziehung” genossen hast wie ich. Ferner dürften wir altersmäßig nicht viel Unterschiede haben. Sehr interessant, kommt leider auch einem Outing gleich, soll heißen: Höchstwahrscheinlich kennen wir uns persönlich! Ist aber egal. Bei DEE EX habe ich übrigens wieder geantwortet auf “belljangler”. Nach Deinem Kommentar hier hat es sich eigentlich erübrigt. Trotzdem nehme ich gerne Stellung, Du kannst es ja auch gerne rüberkopieren!
    Zu Absatz 68er und 89er:
    Es war nicht nur Dutschke, welcher teilweise national dachte, sondern auch Mahler, Rabehl, Oberlercher, Röhl usw.. Oft hat sich die nationale Position erst spät entwickelt, aber die Köpfe des SDS hatten durchaus nationale Gesinnung, allerdings sind sie damals der Doktrin und Fehleinschätzung einer stringenten Denkstruktur: Ausschwitz ist Krieg, ist Herrschaft, ist Volksfeindlich (Oligarchisch), ist kapitalistisch und sozial ungerecht, erlegen. Also, Fakt ist, sie wurden genau durch jene Kräfte gefördert, welche Deutschland als Ziel zur nationalen Destabilisierung auserwählt haben. Ihr Versagen haben sie später eingeräumt!
    Fazit: Du hast recht.
    Zum Absatz: Gramsci
    Gleiche Schule – gleiche Thesen
    Der letzte Leiter der Univ. Königsberg Prof Anrich hat in seinem Buch: Der Sozialismus der Linken; ganz exakt herausgearbeitet warum sich die Arbeiterklasse – Proletariat, im Zuge der sozialen Revolution längst zu einer bürgerlichen Mittelschicht entwickelt und im ideellen wie materiellen Bereich als allgemein hochgeachteter Stand selbst verwirklicht hat. Zitat Prof Anrich:
    “Die Arbeiter bilden nicht einen Stand freier Werktätiger, sondern eine Klasse. Eine Klasse völlig gleich Unterdrückter. Diese Zugehörigkeit in das massenbedingte Aufgeben der inneren Freiheit und Eigenentwicklung muß vom Arbeiter bejaht werden. Denn nur als das Kollektiv “massenhafte Klasse” kann diese und kann damit der Arbeiter in dem Kampf gegen die Besitzenden und Privilegierten Gewicht haben. Außerdem entspricht dies angeblich bereits der Gesellschaftsform der völlig gleichgearteten Menschen. Sozialismus ist Vergenossenschaftung, Solidarisierung n u r dieser einen Klasse in sich. Es erfordert die Herrschaft d i e s e r Klasse über alle anderen.” Dies hat Prof Anrich bereits 1973 veröffentlicht, ergo ist Deine Argumentation zeitgeschichtlich falsch, denn man hat grundsätzlich solche Strukturen aufgebaut und nicht erst dann theoretische Überlegungen angestellt, als man die Möglichkeiten dazu hatte.
    Zur Umwertung im Sinne Gramsci.
    Die “Linken haben es wohl geschafft, siehe pc, allerdings mit Zeitverzögerung, aber diese ist nachhaltig. Trotdem hast Du natürlich die Problematik richtig erkannt.
    In causa Oberlercher, Mahler und Umstände hast Du recht und anders war es auch nicht gemeint.
    Auch zum Reiz des “Verbotenen” bezüglich Spendern gehe ich konform.
    Zu “von Thadden” wissen wir doch alle (alte Hasen), dass er vom MI5 bezahlt wurde. Vermutlich aber mehr 3-fach Agent als Doppelagent war. Warum Tatsachen nicht beim Namen nennen?
    Die Zeitschrift nenne ich gerne: NHB-Report! Allerdings sind fast alle Mitarbeiter heute schon tot. Z.B. Sendbühler, Schwemmer usw.
    P.S. Auch ich habe einen großen Fundus im Keller.
    Zur Jugend:
    Ich habe explizit von einem “sowohl als auch” gesprochen. Zuerst muß es von außen kommen und dann müssen wir innerlich noch die Kraft haben den Baustein zu setzen, dies ist möglich, aber wir dürfen niemand verheizen wie biher “usus”, sondern die Kräfte einnorden und alle Bereiche jeglicher Jugendkultur einbinden, um den Blick auf ein Ganzes zu schulen.
    Zu Kampagnen:
    Als alter Hase müßte Dir doch wohl einiges bekannt sein…! Mir fehlt leider die Zeit im Detail zu antworten, aber Du hast die Antwort bereits selbst geliefert: Langfristig und an der Bevölkerungsmehrheit orientiert.
    Es dürfte Dir bekannt sein, dass wir NIE Geld hatten, sondern alles aus eigener Tasche bezahlt haben. Darum war “l-a-n-g-f-r-i-s-t-i-g” nie möglich, trotz bester Konzepte. Für Bevölkerungsmeinheit, als Beispiel, haben wir in den 80ern Friedensbäume aufgestellt unter dem Slogan: Sportler für den Frieden. Diese Bäumchen wurden behängt mit den Länderwappen der DDR und Preussens und den Namen dortiger namhafter Sportler. (Im Zuge des Kalten Krieges) Nur hat sich die Bevölkerung dafür, trotz Friedensdemos, nicht interessiert. Es gipfelte mit der SZ-Warnung: Diese Sportler sind nicht für den Frieden, sondern für Revanchismus! Die Zeit war nicht gegeben. Oder, Mußgnug hat vorgegeben punktuellen Wahlkampf zu führen. Beratungen diesbezüglich von Kommunikationswissenschaftlern sind an der Nachhaltigkeit gescheitert (sprich: kein Geld) und für alles andere war die Zeit nicht reif.
    Bezüglich Strauß:
    Es stimmt diese Politkaste will uns aussterben lassen.
    Im Sinne von Eurorettung:
    Ich habe mich zu kurz gefasst, deshalb konntest Du vermutlich Steinmeiers Gedankensprung nicht nachvollziehen. Etwas abstrakt, gebe ich zu. Verstanden habe ich, und Steinmeier vermutlich gedacht, bei seiner Äußerung, dass, wenn es zur Auflösung des Euros, bzw. seiner Instabilität kommt zu Lasten Deutschlands, es besser wäre selbiges zu vermeiden, koste es was es wolle, um die Kritik niederzuhalten. Sprich: gleich zahlen und vergessen, damit Unruhen vermieden werden! Persönlich denke ich sogar, dass die Polizeiübungen nur dazu dienen, im Rahmen der sogen. Terrorgefahr, sich auf einen möglichen Bürgerkrieg vorzubereiten. Selbiges bestreben, endlich die Bundeswehr im Inneren einzusetzen, bedenke Abschaffung der Wehrpflicht und Zusammenlegung von Geheimdiensten, welches das GG ausschließt zu ermöglichen.
    Es passt also zusammen, was nicht zusammen gehören dürfte.
    Schreiben könnte ich mehr, aber: mea culpa, mea maxima culpa, ich bin müde und meine Familie hat auch Rechte. Trotzdem Danke, Du bist wirklich ein Aufrechter!
    Viele Grüße evola

  10. Husar
    November 28, 2010 at 7:49 am

    Lieber Reichsbürger,
    dieses Dorf ist 5 Kilometer entfernt und heißt Karad. Ein typisches Somogy Dorf, mit langer Geschichte. Dort haben in Vorzeiten schon römische Menschen gesiedelt. Noch heute pflügt man Mauerziegel und Dachziegel aus dieser Zeit aus dem Acker.
    Herzliche Adventsgrüße,
    der Husar

  11. November 28, 2010 at 10:08 am

    @ Evola:

    Ich (männlich) habe diese Gedanken auch versucht, in ein Konzept einzubinden:

    http://voxpopuliblog.wordpress.com/saulen-strategie/

    Nur ganz kurz: Ich teile Deine Bedenken in Sachen “Terrorabwehr”. Man hat die Vorratsdatenspeicherung gewollt, als eine Bombe aus Afrika in einem Flugzeug war. Daran konnte jeder erkennen, was sie wirklich wollen. Denn die Vorratsdatenspeicherung verhindert die Bombe aus Afrika kein bisschen.

    Sie wollten einen Vorwand haben, um die Bullen mit Maschinengewehr rumlaufen zu lassen. Ich suche immer noch nach der genauen juristischen Ermächtigung für solche Dinge, nur weil es eine Warnung gab.

    Ein paar Islamisten, die um ihre Freiheit und selbstbestimmung kämpfen, sind wahrlich nicht unsere Feinde. Nigel Farage (siehe DE-Seite) hat es letztens auch wieder auf den Punkt gebracht: Unsere Regierungen sind die Antidemokraten.

    Leider sieht das keiner. Die Lüge ist zu groß. Nimm unseren weiteren Leserblogger Grafenwalder oder die PI-Leute. Die sind ja rein formal ganz “intelligent”, d.h. sie haben einen hohen Abschluss. Aber durchdringen können oder wollen sie die Problematik nicht.

    Für uns heißt das aber, dass wir nicht mit der Wahrheit umherziehen dürfen, sondern die Stimmung im Volke (gegen Islam etc.) nutzen müssen, zur Not, indem wir auf ähnliche Züge steigen, die ihnen von den Etablierten zur Verfügung gestellt werden.

    Wir dürfen nicht gegen die Pawlow´schen Reflexe kämpfen, wir müssen sie nutzen!

  12. Evola
    November 28, 2010 at 11:20 am

    @ vox
    Werter vox populi,
    ganz meine Meinung! Ich bin wahrlich kein Anhänger des Islams, aber ich glaube nicht, dass uns durch Ihnen ein Anschlag droht. Warum sollten sie uns denn angreifen? In Deutschland stellen wir ihnen doch schon ein Paradies auf Steuerzahlers Kosten zur Verfügung und in ein paar Jährchen bekommen sie das Land völlig unproblematisch geschenkt. Vielleicht gibt es noch einen kleinen Aufstand der Restdeutschen, welcher aber sicher schnell durch die Polizeikräfte niedergeschossen wird. Vielleicht rückt auch noch das Bundeswehrkorps Ignaz Bubis und Rosa Luxemburg zur Verstärkung aus, aber dann ist schnell Schicht im Schacht und alle verneigen sich wieder nach Mekka. Satire aus. Wobei ich mir aber wirklich denke, sollte, wenn auch mit tatkräftiger Unterstützung der Geheimdienste, tatsächlich ein Anschlag stattfinden, werden in Berlin hinter verschlossenen Türen einige viele Freudensprünge machen. Dann können sie endlich das Internet zensieren, alles abhören und belauschen, an jedem Straßeneck Kameras aufstellen, ganze Polizeirudel mit MP im Anschlag durch die Straßen ziehen lassen, Ausgangssperren wegen Terrorgefahr verhängen, Bundeswehr im Inneren einsetzen und was sie sich sonst noch so wünschen. Und wenn man dann das ganze Volk unter eine ständige Angstneurose gesetzt hat, traut sich eh keiner mehr den Mund aufzumachen und das “regieren” fällt noch leichter.

  13. November 28, 2010 at 5:00 pm

    Lieber Husar,

    habe auch guten Wein im Keller, aber nicht wie Du offenbar aus eigenem Anbau. Ich lasse ihn aus Rheinhessen liefern. Kannst mir ja mal ein Angebot machen:-)

  14. November 28, 2010 at 6:00 pm

    “Es war nicht nur Dutschke, welcher teilweise national dachte, sondern auch Mahler, Rabehl, Oberlercher, Röhl usw.. Oft hat sich die nationale Position erst spät entwickelt, aber die Köpfe des SDS hatten durchaus nationale Gesinnung, allerdings sind sie damals der Doktrin und Fehleinschätzung einer stringenten Denkstruktur: Ausschwitz ist Krieg, ist Herrschaft, ist Volksfeindlich (Oligarchisch), ist kapitalistisch und sozial ungerecht, erlegen. Also, Fakt ist, sie wurden genau durch jene Kräfte gefördert, welche Deutschland als Ziel zur nationalen Destabilisierung auserwählt haben.”

    Lieber Evola,

    ich hoffe auf Dein Verständnis zu stoßen,wenn ich “scheibchenweise” antworte. Unser Thema hat dermaßen viele Facetten, daß ich mich nicht verzetteln will. Es ist auch für die Leser einfacher. Der moderne Massenmedienmensch will Häppchen, nicht Happen:-)

    Es steht mir nicht zu, Dich zu korrigieren, aber ich hatte geschrieben “Nur wenige, besonders Rudi Dutschke,dachten partiell national”. Damit sage ich doch, daß es nicht nur Rudi Dutschke war. Ich habe Bernd Rabehl, wenn ich recht erinner, im Audimax der Uni Giessen gehört. Und dieser Vortrag ist mir noch heute in den Ohren. Der Saal war gerammelt voll, brütende Hitze, eine seltsam aufgeladene Stimmung, immer wieder versuchten Verfassungsschützer in Person von RCDS -Leuten, die sich ihr Studium auf diese Art vom Staat bezahlen ließen,obwohl eigentlich nur beobachtend tätig, zu unsinnigsten Zwischenrufen hinreißen, um den Redner aus dem Konzept zu bringen. Gegenrufe ohne Ende, Wortkaskaden, Geschrei, Handgreiflichkeiten, Versuche des Universitätspersonals, die Versammlung wegen angeblicher Störungen abzubrechen, was sich allerdings niemand gefallen ließ. Wir alle wollten wenigstens hören dürfen, wenn wir schon nichts zu sagen, zu bestimmen hatten.

    Was mir an der Rede selber auffiel, ist nicht ganz leicht zu beschreiben. Ich war damals schon Nationalist, allerdings noch nicht mit der Stringenz wie heutzutage. Ich war noch etwas beeinflußt von dieser Ost – West – Konflikt -Argumentation des Antikommunismus alter Prägung, also auch noch NATO – anerkennend, wenn auch nicht positiv – anerkennend, eher notgedrungen und deswegen zwangsläufig auch nicht so streng antikapitalistisch wie heute. Immerhin aber schon damals glühender Patriot und für soziale Gerechtigkeit zugunsten a l l e r Volksschichten.

    Der Redner verlagerte praktisch den uns gebührenden Nationalismus auf das vietnamesische Volk, zitierte aus Reden von Ho Chi Min – ich habe sie auch als Buch – und ich meinte nationalistische Redner früherer Zeiten zu hören. Das war in höchstem Maße vaterländisch, ja völkisch. Wer diese Reden einmal liest, der wird mir zustimmen. Der Unterdrücker und Imperialist waren in den Worten des Redners die USA, zugleich die Kapitalisten und Ausbeuter. Ein recht einfaches Schema, das sich dann noch auf die BRD verlängerte als Handlanger der USA. Und ich dachte mehrmals während der langen Rede: Warum schwenkt er nicht um, benennt u n s als unterdrücktes Volk, Opfer des US – Imperialismus und dem dahinterstehenden Finanzkapital? Wäre d a s nicht die Möglichkeit, über die Studenten hinaus in normale Volksschichten einzudringen, zugleich auch eine Brücke zu u n s Nationalisten zu schlagen, die wir uns damals schon manchmal äußerten, wie Ho Chi Min in seinen Reden sprach? Stattdessen nannten sie uns Faschisten, Kapitalsknechte usw., schickten uns die Vorläufer der heutigen Antifa auf den Hals. Auf unterster Ebene, das muß ich auch sagen, gab es allerdings damals gute Gespräche mit einzelnen SDS – Leuten, die allerdings auch zu feige waren, über den Umerziehungsschatten zu springen und insoweit Risiken einzugehen. Wenn sie sich antiimperialistisch und somit inzidenter auch national äußerten, konnten sie immer noch ein wenig “Auschwitzzucker” beistreuen, um unangreibbarer zu sein. Rückblickend meine ich sagen zu können -vielleicht irreal-, daß gewisse Chancen bestanden, Anfangs68iger – Bestrebungen und “linke” Nationalisten partiell zusammenzubringen. Kontakte gab es durchaus..

    Nach und nach komme ich auf Deine weiteren Aussagen zurück, natürlich auch auf diejenigen der übrigen Leser..

    Um wieviel einfacher müßte es eigentlich h e u t e sein, wenigstens die leicht unterschiedlich gefärbte Schafherde der “Rechten” zusammenzubringen. Aber wir waren wohl damals trotz geringerer Informationsmöglichkeiten weniger dem Schubladendenken verhaftet als die Heutigen..

  15. November 29, 2010 at 10:22 am

    “Dies hat Prof Anrich bereits 1973 veröffentlicht, ergo ist Deine Argumentation zeitgeschichtlich falsch, denn man hat grundsätzlich solche Strukturen aufgebaut und nicht erst dann theoretische Überlegungen angestellt, als man die Möglichkeiten dazu hatte.”

    Lieber Evola (9):

    Bitte die Inhalte genau wiedergeben..Ich schrieb. “Das einzige, was sie zunächst schafften.. Das heißt doch zu Anfang und nicht erst 1973, als Prof. Anrich, der in Seeheim, Bergstrasse,lebte, das von Dir zitierte Werk herausgab. Darf ich einmal aus seiner Schrift: Denkschrift zum Problem der deutschen Universität, DN – Verlag Hannover, 19 6 8, zitieren: ”

    “Seit einigen Monaten wird die Frage der deutschen Universität endlich von der ganzen deutschen Öffentlichkeit als brennend empfunden. Dabei war sie schon lange eine brennende. Aber es bedurfte offensichtlich des Umschlags der Leere und Gefahr in das Politische…Zielverschiebung in das Politische bis zum Terror durch eine winzige Gruppe, geschult zum Teil allerdings von der Universitätssoziologie selber,…die Gegenwehr von Professorenschaft, Mehrheit der Studentenschaft, aber auch von Ministerien, Staat, Gesellschaft..in sich gelähmt..Gelähmt, weil sie offensichtlich kein sicheres Bild der Universität,und kein sicheres Zutrauen zu sich selbst besitzen. Es genügt die Zusammenfassung des endlich aufstehenden Unbehagens an diesen Zuständen in der Studentenschaft in der Angriffsparole “Demokratisierung” der Universität, um einen beträchtlichen Teil der Studentenmassen, wohl annähernd 40%, mitzureißen…” Anrich gibt die Schuld auch sämtlichen Parteien und schreibt ein wenig weiter das Bemerkenswerte:
    “..in einer Lage Deutschlands, in der im Blick auf Universität und Wissenschaft allem voranzustehen hätte und hat die geistige und politische Erkenntnis, daß vom Stand und Wesen der deutschen Forschung, Bildung und Ausbildung in zehn und zwanzig Jahren die Existenz Deutschlands, eingekreist von Völkern und Staaten, die ihr Äußerstes für Forschung und Bildung tun, abhängen wird. Und mit der Existenz Deutschlands die Existenz, die wirtschaftliche und geistige Existenz, jedes einzelnen Menschen in Deutschland.” (S.7 – 9).

    Wahrhaft zureffende und prophetische Worte, allerdings noch nicht auf Globalismus, China und andere Schwellenländer bezogen.

    Liege ich also zeitgeschichtlich falsch, wenn Prof. Dr. Anrich 1 9 6 8 von “seit einigen Monaten” spricht, also genau von dem Zeitraum, dem A n f a n g der Studentenrevolte, von dem auch ich spreche. In dieser Zeit gab es noch nicht dieses festgefügte System – und Klassendenken,der versuchte Zugriff auf die Arbeiterschaft erfolgte nach meiner Erinnerung jedenfalls da, wo ich es miterlebte, später. Natürlich ist das, was Anrich schreibt richtig, betrifft aber noch nicht, jedenfalls nicht flächendeckend, das Frühstadium der 68iger – Bewegung. Ich habe im Keller noch eine alte Wehrmachtkiste mit Unterlagen aus dieser Zeit, auch SDS – Broschüren, die ich mal belegend durchforsten könnte.

    Letzlich bringt uns dies auch nicht viel weiter, allenfalls in den Fragen, wie man heute APO – mäßig agieren könnte, wie Begriffsbildung erfolgt, wie man sich organisiert. wo und wie man angreift. Insoweit ist diese Zeit höchst lehrreich.

  16. Evola
    November 29, 2010 at 3:44 pm

    Werter Niekisch,
    dem gibt es nicht viel hinzuzufügen. Bezüglich Dutschke und Co habe ich mich verlesen. Ergo, Du hast natürlich recht. Dein Bericht über Rabehl ist sehr interessant und Du beschreibst aus der Stimmung heraus, welche Überlegungen man damals als Patriot anstellte.
    Dieses Buch von Anrich kenne ich nicht, aber alle Achtung, er wußte wovon er schrieb.
    Beide Deiner Kommentare habe ich mit Vergnügen gelesen, allerdings beschleichen mich schon Gedanken, dass wir unser Diskussionsfeld zu weit aufrollen und uns dabei auch noch in Detailfragen verlieren, was für uns sicherlich spannend ist, den Rest der Leser aber sicherlich ermüdet.
    Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass junge Nationalisten damals prktisch keine Heimat hatten, weil die NPD doch mehr pro Nato und pro Kapitalismus war. Ich will damit sagen, hätte es die NPD mit heutigen Programm damals gegeben, hätte unter günstigen Bedinungen die Geschichte auch pro national fallen können
    Viele Grüße evola

  17. November 29, 2010 at 4:49 pm

    “junge Nationalisten damals praktisch keine Heimat hatten, weil die NPD doch mehr pro Nato und pro Kapitalismus war. Ich will damit sagen, hätte es die NPD mit heutigen Programm damals gegeben, hätte unter günstigen Bedinungen die Geschichte auch pro national fallen können”

    Es waren einige in der JN, aber sie hatten in der Partei keinen Einfluß.

    Ich wage mit Dir die Prophezeiung, daß die NPD mit dem heutigen Programm damals eine Welt aus den Angeln gehoben hätte. Im Ruhrgebiet hatten die Bergleute ja schon “NPD” auf die Loren gepinselt. Das habe ich selber gesehen! Man hat damals die Zeichen der Zeit nicht erkannt..Und heute erkennt man die Zeichen der Zeit auch nicht: Im Untergang darf man nicht streiten, sondern muß auf Gedeih und Verderb zusammenhalten.

    Vielleicht ist unser Thema für Jüngere doch nicht so ermüdend wie wir denken:-)

    Dir einen schönen Abend!

    niekisch

  18. November 30, 2010 at 10:33 am

    “Das ist ja auch das Grundproblem der Zwei Lager. Man will diese Klientel abspalten, wird sie aber wegen des Schutzes weiterhin brauchen., weil ein Zirkel aus Professoren der Antifa schutzlos ausgeliefert ist.”

    # VoxPopuli:

    Vielleicht kommt das wie in der DDR 1989, wo die Verhältnisse den Schulterschluß aus der Not heraus automatisch erzwangen..

  19. Thoniz
    November 30, 2010 at 6:07 pm

    @niekisch und evola

    Das mit dem Kurs der NPD von früher sehe ich etwas anders.
    Was haltet ihr davon, wenn ich euch sage, dass die Öffnung hin zu den Freien und den sozialistischen Tendenzen es erst möglich gemacht hat uns, also die Rechte, erst so richtig zu kriminalisieren? Als bürgerliche, national-konservative Partei hätte man heute einen viel viel besseren Ruf und auch wieder mehr zulauf. So aber, da die Kriminalisierung der 80er und 90er so richtig vollendet werden konnte, steht die Rechte mit dem Rücken an der Wand, wo man sich als Bürger gerade mal traut Sarrazin gut zu finden.
    Von dem auf die Schulterklopfen von wegen nun hat man endlich mehr Leute die mitmachen und so konnte die NPD ihren Fall in die Bedeutungslosigkeit aufhalten kann ich nicht viel halten. Ich sehe darin keinen praktischen Nutzen. Vielmehr ist die NPD das Symbol dafür, warum eine 1-Lager-Lösung nie klappen wird. Die völlig verschiedenen Weltanschauungen der verschiedenen Nationalisten und Patrioten reiben schon zu lange aufeinander. Fruchten tut das einfach nicht, wenn dann ziehen sich nur die verschiedenen Flüger der Partei gegenseitig wieder runter. Richtiger wäre der Ansatz von Anfang an gewesen, dass man unsere Lager polarisieren lässt und wir eine wirklich radikale und eine wirklich bürgerliche Partei gehabt hätten. Jetzt haben wir leider die Situation, dass die Etablierten wie CDU/CSU uns und den Wähler am verarschen sind, während REP und PRO es nicht richtig schaffen sich von den radikalen glaubhaft abzugrenzen und die NPD es nicht glaubhaft schafft sich bürgerlich zu geben. Eben nicht Fleisch und nicht Fisch. Ich finde es sehr bedauererlich das es so kommen musste, vielleicht erklärt das auch die ständigen Streiteren der rechten Lager, die ständig aufeinander hocken.

    Aktuell habe ich immer noch Hoffnung, dass sich zwei wirklich verschiedene rechte Lager entwickeln mögen, die sich wunderbar in der Lage sind zu ergänzen, aber für die Zukunft bin ich mir nicht sicher. Vielleicht kommt es wirklich mal soweit das die Not uns zusammen schweißt. In so Existenz bedrohenden Situationen ist das dann auch wohl das Beste.

    • November 30, 2010 at 7:02 pm

      Lieber Thoniz,

      da muß weiter ausgeholt werden. Deswegen repliziere ich da nicht mehr heute, sondern in den nächsten Tagen. Du bist – wie ich weiß – einverstanden:-)

  20. Thoniz
    December 2, 2010 at 5:13 pm

    Lass dir Zeit, deine Antwort fällt bestimmt interessant aus😉

    • December 3, 2010 at 10:19 am

      “Lass dir Zeit”

      Lieber Thoniz, wenn es klappt, werde ich heute nachmittag antworten:-)

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