Karfreitagmorgen…

Christian Morgenstern...

“Heute will ein alter Mensch

wiederum zu Grabe sterben,

und der neue soll von ihm

nichts als nur den Willen erben,

nach dem endlichen Gelingen

immer tiefer hinzudringen.

Hilf zu solchem Ziel auch Du

mit dem eignen Stirb und Werde!

Lass uns einig unsre Erde

läutern, edlem Stoffe zu!

Lass uns, liebes Lebensmein,

einer Sehnsucht Flügel sein!”

Christian Morgenstern, 1871 – 1914, deutscher Dichter.

Man vergleiche mit heutigen Gesichtern, mit heutiger Haltung, mit heutiger Kleidung, mit heutiger Sprache, mit heutigen Inhalten und das Entsetzen kriecht in Dir hoch.

Einer Sehnsucht Flügel, das wollen auch wir sein. Vielleicht nicht für ein ewiges Leben unserer selbst, sondern für ein ewiges Leben unseres sterbenden Volkes!

  1. April 21, 2011 at 5:23 pm

    “Man vergleiche mit heutigen Gesichtern, mit heutiger Haltung, mit heutiger Kleidung, mit heutiger Sprache, mit heutigen Inhalten und das Entsetzen kriecht in Dir hoch.”

    WIE WAHR!

    Es ist leider vieles anders heute: offenbar auch die Fähigkeit, die Funktion eines “Minimums” zu erkennen, man lese sich manchen Kommentar auf die Initiative von block-identität durch:
    http://www.blockidentitaet.info/resonanz-zum-artikel-diskurs-statt-stagnation/

    Erschreckend, mit welchem Eifer hier vorgegangen wird; “hilf zu solchem Ziel auch Du” gilt für diese Personen nicht.

    Manchmal frage ich mich, wer eigentlich schlimmer ist: Ein CDU oder SPD-Funktionär, der den Volkstod billigend in Kauf nimmt oder vielleicht gar nicht so recht darüber informiert ist. Oder der Nationalfetischist, der vollumfänglich informiert ist, aber seinen eigenen “Idealismus” und seine eigene, kümmerliche Position in voller Absicht über die Dinge stellt?!

    Es ist zum Verzweifeln!

    Nichtsdestotrotz: Dir ein gesegnetes Osterfest, lieber niekisch!

    • niekisch
      April 22, 2011 at 5:09 pm

      Diese netten Wünsche gebe ich gerne an Dich, lieber Vox, zurück.

      Ich weiß garnicht, ob dieses Voranstellen eigener Positionen so vorwerfbar ist. Ich gehöre als 62 – Jähriger noch zu den Jahrgängen, die kurz vor Geburt der BRD geboren sind, also noch “Reichsgewächs” sind. Uns wurden durch die Eltern noch Traditionslinien weitergereicht, ich habe noch den beißenden Gestank von US – Besatzungslastern in der Nase. Ich nahm von “Denen” kein Chewing – gum an, wußte davon, daß ein Besatzungssoldat meinem Onkel ein abgebrochenes Weinglas in die Stirn gerammt hatte, weil der eine kritische Äußerung gegen die USA gemacht hatte, daß mein Vater von einem betrunkenen US – boy fast erschossen wurde.

      Das alles fehlt heute, viele Jüngere sind doch nur noch mit Antinationalem und
      Konsum aufgewachsen, während wir damals mit 18 erst ein verrostetes Fahrrad besaßen, aber noch den Text des Deutschlandliedes kannten.

      Wir müssen also mit dem Wenigen vorliebnehmen, das noch vorhanden ist. Deshalb habe ich ja auch in der Diskussion auf Block Identität, der jetzt auch ein Minimum, nämlich das identitäre, sammeln will, gesagt, daß wir ein ganz Wenig und ein ganz Einfach einsetzen müssen, um die Kräfte zusammenzufassen. Selbst das wird sehr schwer sein, weil heute ein Zurückstellen des Eigenen zugunsten eines Gesamten über die Selbstsüchtigkeit dieser Zeit stolpern wird.

  2. Normalo
    April 21, 2011 at 8:09 pm

    Sowohl Steiner als auch Nietzsche zwinkern hier durch die Zeilen. Finde ich auch beide interessanter als Herrn Morgenstern.

    Ich persönlich habe aber immer genausoviel Freude an den einfachsten Menschen und ihren Wahrheiten, ihren Tatendrang und ihrem Pragmatismus. Leider sind sie heute selten. Die nervös rauchende, dauerüberforderte Alleinerziehende hat die starke Mutter mit verschränkten Armen und bestimmtem Wort ersetzt. Das ist sehr schade.

    Das Streben nach dem edlen Menschtum ist einem Anarchisten eher möglich als einer Gesellschaft, die einer existenziellen Bedrohung entgegensieht.

  3. niekisch
    April 22, 2011 at 5:12 pm

    “Das Streben nach dem edlen Menschtum ist einem Anarchisten eher möglich als einer Gesellschaft, die einer existenziellen Bedrohung entgegensieht.”

    Erfordert, Normalo, nicht gerade die existenzielle Bedrohung das Freilegen von Wurzeln edlen Menschentums, weil nur edles Menschentum solche Krisen bewältigen kann?

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