Hallo, da bin ich wieder…

1813 - Gold gab ich für Eisen...

Hallo, da bin ich wieder. Und um ein paar kleine Eindrücke reicher. Im hessischen “Hinterland” ist die Welt nicht mehr in Ordnung. Die frühere Landwirtschaft gibt es nicht mehr. Praktisch keine Ackerwirtschaft mehr, selbst die Milchwirtschaft hat sich fast erledigt. Nur einige wenige Kühe sah ich auf den Weiden stehen. Dafür immer mehr “Kopftücher” selbst im hintersten Winkel. Natürlich gab es früher auf dem Land Frauen mit Kopftüchern – vor allem ältere Landfrauen und Flüchtlingsfrauen aus dem deutschen Osten. Heute schauen Dich die Kopftuchträgerinnen mit einer Art verachtendem Blick an als wollten sie zeigen, daß sie auf dem siegreichen Vormarsch sind. Der Ort, an dem wir eine Ferienwohnung gemietet hatten, hatte früher Bedeutung als Kurort. Seit der “Gesundheitsreform”: tote Hose. Hotels und Pensionen leer, der Kurpark verwaist. Millionenbeträge in den Sand gesetzt. Früher kümmerten sich deutsche Regierungen um Gegenden, die schuldlos dem Niedergang verfallen waren. Heute interessiert das keinen einzigen dieser gutdotierten Volksschädlinge mehr. Mag der Ort doch zugrundegehen! Ich dachte mehrfach an einen Friedhof, der sich über seine eigentliche Größe hinaus über den ganzen Ort ausgedehnt hat… Kein Kinderlärm, fast nur alte Menschen. Wir entzogen uns diesem Eindruck, indem wir durch endlose Wälder und versteppte ehemalige Kulturlandschaften wanderten oder nahegelegene Kleinstädte besuchten, wobei die letzteren ebenfalls einige der heutigen Kernprobleme anzeigten: Überalterung, Überfremdung, unüberlegte Wirtschaftsförderung, Entkulturisierung der Landschaft und des Gemeinschaftslebens.

Das noch vor wenigen Jahrzehnten sichtbare Deutschland liegt im Sterben! Wenn wir es wieder zum Leben erwecken wollen, dann muß für das Normale appelliert werden: eigene, deutsche Kinder, funktionierende Familien auch und besonders auf dem Land, Förderung von Land – und Güterwirtschaft auch in kleinen Gemeinden, Rettung der ländlichen Infrastruktur. Damit wird zugleich auch der entwurzelnden Wirkung der Globalisierung entgegengesteuert.

Damit beantworte ich zugleich auch “Reichsbürgers”  Frage an mich, wo der Ursprung meines Denkens und Handelns liegt, wohin ich im Rahmen einer Zeitreise ginge:

Eleonore Prochaska - Ein Mädchen für Deutschland...

Der Ursprung liegt natürlich im eigenen Charakter, in der eigenen Persönlichkeit. Wir kommen ja nicht als leeres, unbeschriebenes  Blatt Papier auf die Welt, wie es uns die Liberalisten aller Couleur weismachen wollen. Wir Menschen sind vielmehr dem unbelichteten Negativ eines Films vergleichbar, wo das latent Vorhandene durch die Belichtung der Geburt zum Bild wird. Natürlich haben Ort des Lebens, die Erziehung und andere Kriterien Einfluß auf uns, aber das Wesentliche steht bereits mit der Geburt fest. Prüfe jeder von uns seine Vorfahren und seine lebenden Verwandten: Verhaltensweisen, Charaktereigenschaften, körperliche Merkmale gleichen sich oft in erstaunlichem Ausmaß, pflanzen sich von Generation zu Generation fort. Ich bin in einer Kleinstadt geboren, lebte dann in einem Dorf, später in der Großstadt. A l l e s   an Erkenntnis hat sich meinen Anlagen hinzugesellt und mich empfänglich für bestimmte Eindrücke gemacht und zum Formen meiner Ansichten beigetragen. Schon mit 12 Jahren las ich Zeitung und verschlang manche Nacht ganze Bücher. Lieber Reichsbürger, ich bin froh, daß ich in der elterlichen und großelterlichen Familie zwar eine nationale Grundeinstellung vorfand, aber immer tolerant und nicht engstirnig weltanschaulich geprägt. Ich beschäftigte mich mit den gegensätzlichsten Gedanken und Ideen aus Geschichte und Gegenwart. Diese flossen eines Tages zu der Vorstellung in mir zusammen , das deutsche Volk sei das Unglücklichste der Welt und der Geschichte. Es habe trotz allergrößter Opfer  bis heute den geringsten Gewinn von seinem romantischen Idealismus, seiner wissenschaftlichen Neugier und Fähigkeit, seinem oft selbstlosen Einsatz für das Gesamte. Von Hermann, dem Sieger über das Weltreich der Römer bis zu Adolf Hitler, dem größten Verlierer in der Geschichte, Opfer über Opfer, Hekatomben von Toten, Verstümmelten, Witwen und Waisen des deutschen Volkes. Und wofür? Deutschland ist immer kleiner geworden, die meisten seiner Orte haben ihren ursprünglichen Charakter verloren, die Besten sind – zumeist für fremde Interessen – gefallen, ihr Blut hat sich in vielen Ländern der Erde in den Boden verloren, selbst in sämtlichen Meeren befindet sich ihr nasses Grab. Wozu? Wofür? Mit welcher Aussicht auf ein sicheres und frohes Leben dieses unseres Volkes? Kann ein Volk wirklich nur aus der Erinnerung an vergangene Opfer leben? Oder müssen nicht Menschen auch nach der tiefsten Niederlage neue Lebensentwürfe schmieden, die eine gute Ausfahrt in eine strahlende Zukunft ermöglichen? Daran mitzutun, lieber Reichsbürger, das treibt mich an, das ist die tiefste Ursache meines Bemühens. Das durch die Stürme der bisherigen deutschen Geschichte fast vollgelaufene und fast leckgeschlagene deutsche Schiff wieder freizuschöpfen, damit es Fahrt aufnehmen kann in eine bessere Zukunft, dabei möchte ich mittun. Könnte ich eine Zeitreise machen, dann möchte ich in vielen Zeiten, an vielen Orten und bei vielen Ereignissen anwesend sein, besonders aber gesehen haben, wie Deutsche ihren einzigen Besitz abgaben, ihre Eheringe tauschten – “Gold gab ich für Eisen” – um die Truppen gegen Napoleon zu finanzieren,  das napoleonische Joch von Deutschland abzuschütteln. Werden Deutsche wieder einmal so opferbereit sein, um den diesmal wirklich allerletzten Kampf um unser aller Existenz zu ermöglichen?

  1. Husar
    June 7, 2011 at 12:41 pm

    Lieber Niekisch,
    Ich hoffe sie sind es ! Bei vielen Anlässen treffe ich Gleichgesinnte, die dem deutschen Wesen verbunden sind und auch bleiben werden. Und wenn ich den Auftritt der ” Unsterblichen ” verfolge, die blitzartig und erfolgreich agieren, durchdacht und doch ungreifbar, dann habe ich wieder Hoffnung für Deutschland. Es fehlt nur eine Initialzündung, dann sieht es anders aus und es werden Ungezählte sein, wo man heute noch zählen kann.

  2. niekisch
    June 7, 2011 at 4:47 pm

    Sei gegrüßt, lieber treuer Husar und vielen Dank für Deine Berichte aus Ungarn. Soweit sind wir hier noch längst nicht, aber wer weiß, vielleicht geht alles wirklich ganz schnell..

  3. Reichsbürger
    June 7, 2011 at 5:40 pm

    Hallo Kamerad Niekisch.
    Schön das du wieder da bist und vielen Dank für deine ausführlichen Antworten meiner Fragen.Trotz aller negativen Eindrücke in deinem Urlaub hoffe ich doch das du und deine Frau euch doch ein wenig erholen konntet.
    Zu deinen Antworten habe ich keine weiteren Fragen mehr.Wie auch du ,wurde ich als Deutscher geboren und somit haben wir ,bzw sollten wir die gleiche Ziele haben.Ein Deutschland in dem man deutsch sein kann.Doch wie du schon geschrieben hast meine auch ich das Deutschland nicht mehr am Abgrund steht sondern sich in den freien Fall begeben hat.Somit läst der Aufprall auch nicht mehr lange auf sich warten.
    Doch irgendwie empfinde ich diesen Zustand als Erlösung denn schon bald wird es für alle ein Erwachen geben.Das ist immerhin besser als das es so weitergehen wird wie bis jetzt.
    Ist es nicht irgendwie erstrebenswerter ,aufrecht zu sterben als gebückt zu leben ?
    Wie Husar ,den ich natürlich auch begrüße,schon sagt ,kann alles sehr schnell gehen.
    Wenn erstmal alles zusammengebrochen ist dann wird es für uns Nationale keinen grossen Unterschied zum Jetzt machen,weil unsere “Welt” ohnehin schon zusammengebrochen ist,doch für alle anderen wird es eine grosse Umstellung sein und deshalb wird die Zeit kommen wo wir wieder die Nase vorn haben werden.
    Überigens ,wo warst du denn in Hessen ? Ich wohne dicht an der Landesgrenze zu Nordhessen.

    • June 7, 2011 at 5:49 pm

      Lieber Reichsbürger, wir waren im Dreieck Marburg – Dillenburg – Gießen. Eine landschaftlich sehr schöne Gegend.

  4. Reichsbürger
    June 7, 2011 at 6:10 pm

    Wohl war,doch beim nächsten mal kannst du ja nach Nordhessen kommen,hier ist es sehr schön am angrenzenden Weserbergland.Dann trinken wir ein Bierchen oder einen Honig-Met.

    • niekisch
      June 7, 2011 at 7:01 pm

      Ich melde mich bei Dir, Reichsbürger, wenn es soweit ist:-)

  5. Treverer
    June 10, 2011 at 12:52 pm

    Zitat :”Wenn wir es wieder zum Leben erwecken wollen, dann muß für das Normale appelliert werden…”

    Das ist FALSCH.
    Es muSS an das” Natürliche” appelliert werden.
    Das “NORMALE IST KRANK”.

    • June 10, 2011 at 7:48 pm

      Du mußt schon komplett lesen, lieber Treverer. Ich umschreibe doch, was ich als normal – in unserem Sinne – betrachte. Also bitte noch einmal lesen:-)

  6. October 30, 2011 at 11:34 am

    Hi, schön, dass sich manche, so wie du, Mühe geben. Dein Blog gefällt mir. Ich habe auch einen kleinen Blog über eine kleine und schöne Stadt in Deutschland mit Informationen und Veranstaltungen rund um Emsbüren, Gleesen, Bramsche Helschen, Hesselte, Lohne, Sommeringen, Messingen, bis Lingen und Geeste und anderen Orten in unserem kleinen Emsland.

    • October 30, 2011 at 5:19 pm

      Dann will ich im Gegenzug für das Lob einmal auf diese Seite verweisen: http://www.emsbuerener-kaeseblatt.de/ Alle guten Wünsche ins Emsland!

      PS: die Leser und Kommentatoren auf Metapolitika geben sich ebenfalls viel Mühe:-)

  1. No trackbacks yet.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: